Freitag, 31. Juli 2009

Banker, duckt Euch!

Wozu braucht man Banken und welche Aufgabe haben sie?
Nun, man braucht ein Konto, auf dem Einnahmen von verschiedenster Seite bargeldlos, bequem, billig und automatisch gesammelt werden. Von diesem Konto muss man ebenso alle Ausgaben bargeldlos, einfach, termingerecht und billig bezahlen können. Weiterhin will man sein Guthaben auch in Form von Bargeld überall auf der Welt abheben können – i.d.R. an Geldautomaten – oder direkt bargeldlos mit Plastik-Karten aller Art bezahlen können.
Also erstens: eine Bank ist erst einmal ein Dienstleister, der ein Girokonto zur Verfügung stellt, international mit anderen Banken vernetzt zusammenarbeitet und dafür natürlich Gebühren erheben darf, denn das Verwalten eines Kontos und die Durchführung von Geldtransaktionen bedeutet ja einen gewissen Aufwand.

Zweitens brauche ich hin und wieder jemanden, der mir in finanziellen Engpässen vorab Geld zur Verfügung stellt, dass erst zu einem späteren Zeitpunkt bei mir eingeht. Eine Bank wird also gebraucht, um Kredite zu gewähren.
Drittens, wenn ich viel Geld habe, aber nicht den Nerv habe, mich mit Geldanlagen auseinander zu setzen oder wenn ich das viele Geld nur kurzfristig habe, freue ich mich natürlich darüber, dass die Bank mir Guthabenzinsen gibt und erlaube den Bankern dafür, dass sie mit meinem Geld in der Zwischenzeit so viel Gewinn machen können, dass die Bank mir auf der einen Seite Zinsen zahlen kann, aber auf der anderen Seite auch noch mit davon profitieren kann – wenn ich dies nicht erlauben würde, wie soll dann die Bank Guthabenzinsen zahlen können? Natürlich erwarte ich von der Bank, dass sie mein Geld nicht verspekuliert und verliert – es ist ja mein Geld, nicht das Geld der Bank – und es mir genau dann, wenn ich es wünsche oder wie ich es mit der Bank vereinbart habe, wieder gibt. In diesem Fall nimmt mir die Bank viel Arbeit und auch Risiko ab, denn ich müsste ja sonst entweder das Geld im Sparstrumpf unter dem Kopfkissen ohne Zinsen lagern oder bargeldlos am Konto liegen lassen oder, wenn ich an einer Vermehrung des Geldes interessiert bin, mich selbst um Anlagemöglichkeiten kümmern, mögliche Anlageformen prüfen, Verträge abschließen und auch evtl. damit leben, dass der Partner zahlungsunfähig wird oder das Geschäft nicht den erhofften Ertrag bietet. Solange ich ein sogenannter Geschäftsmann bin, mag das ja noch mit der linken Hand machbar sein, aber als Proletarier habe ich in der Finanzwelt keinen Durchblick und würde schnell über´s Ohr gehauen.
Fünftens muss eine Bank also grundsätzlich vertrauenswürdig sein. Ich kann doch mein Geld nur Leuten geben, von denen ich mit Sicherheit ausgehen kann, dass Sie auf mein Geld wirklich gut aufpassen und mich nicht über´s Ohr hauen.


Soweit so gut. Doch wie sieht die Wirklichkeit aus?
Banken haben nicht mehr den Kunden im Mittelpunkt, sondern nur noch sich selbst! Sie vermehren ihr Eigenkapital auf Kosten der Kunden, denen sie irgendwelche Finanzprodukte verkaufen, die häufig zweifelhafte Renditen bringen, aber dem „Banker“ - also dem „Berater“ der Bank, satte Provisionen sichern.
Da Banken über vergleichsweise riesige Geldmittel verfügen, können sie Kursgefüge auf Finanzmärkten verzerren und überproportional beeinflussen. Der Verlierer ist meist der „Durchschnittsbürger“, der weniger Professionalität mitbringt und nur hinter den Banken und nicht direkt am Finanzmarkt teilnimmt.

Jeder weiß inzwischen auch, dass die aktuelle Wirtschaftskrise auf Fehlverhalten von Banken zurückzuführen ist. Man muss sich das mal vorstellen: Der Wirtschaft und den Bürgern ging es vergleichsweise gut. Und dann verspekulierten sich Banken reihenweise, Blasen zerplatzten und ganze Volkswirtschaften gingen aufgrund dessen abwärts. Wer ist der Leidtragende? Die Banken? Banken sind tote Organsiationen, die nicht „leiden“ können. Leiden können nur lebende Wesen, und das sind wir – Du und ich. Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, weniger Gehalt – das verursacht „Leiden“.
Also sind Banker Schuld daran, dass mir insgesamt einige tausend Euro verloren gehen – nur, ich kann keinen einzigen greifen und das entgangene Geld zurückholen!

Was halte ich von Banken und Bankern? Nun, wer diesen Beitrag gelesen hat, der kann es sich sicherlich denken!

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